Was ist die Linke Literaturmesse?

 
Das 1996 gestartete Experiment, linke Literatur samt ihren AutorInnen und VerlegerInnen für ein Wochende nach Nürnberg zu holen, ist zu einer überregionalen Institution geworden. Ein Wochenende lang stellen hier rund 50 linke Verlage und 50 Zeitschriftenredaktionen gesellschaftskritische Literatur vor. Es finden Lesungen und Diskussionen statt und an den Ständen können auch Bücher gekauft werden.
      Neben der Diskussion an den Ständen bestand letztes Jahr auf 22 Veranstaltungen die Gelegenheit, mit AutorInnen sowie Buch- und ZeitschriftenverlegerInnen zu diskutieren: Krieg-Frieden, Esoterik-Kritik, Antifaschismus, Internationale Solidarität und revolutionäre Bewegungen waren Themen der Veranstaltungen.
 
Weitere aktuelle Infos über das Organisationsbüro der LLM im Literaturladen Libresso, Bauerngasse 14, 90443 Nürnberg
Tel.: 0911 / 22 50 36
Fax: 0911 / 27 26 027
e-mail: Gostenhof@web.de

VeranstalterInnen sind:
  • Metroproletan - Archiv & Bibliothek
    Eberhardshofstr. 11, 90429 Nürnberg
  • Gostenhofer Literatur- und Kulturverein e.V. (Libresso)
    Bauerngasse 14, 90443 Nürnberg


"Widerstand gegen den Ausbau der Repression durch den Staat ist notwendig"

Ein Thema auf der 7. Linken Literaturmesse in Nürnberg

Erstmalig setzen die Veranstalter für die Nürnberger Linken Literaturmesse ein spezielles Thema. Dies bedeutet jedoch nicht, dass alle anderen Themen ausgegrenzt werden. Jeder Verlag, Zeitschrift und BuchautorIn stellt wie bisher seine Bücher und Themen vor die sie für wichtig halten.
      Wir halten es für die inhaltliche Konzeption der Messe für sinnvoll, zusätzlich einen thematischen Schwerpunkt zu organisieren. Ob es gelingt, werden wir am Ende der Messe sehen. Aus der Vielzahl der zu diskutierenden Problemen haben wir uns für den Themenbereich der sogenannten "Inneren Sicherheit" in Europa als Schwerpunkt entschieden. Gerade in diesem Bereich sollte nach unserer Meinung mehr Aktivitäten und Widerstand entwickelt wird. Es geht schließlich nicht nicht um rein theoretische Betrachtungen der Situation; die Veranstaltungen sollen vielmehr Initiativen für den Widerstand gegen den Ausbau der Überwachung und Repression ausstrahlen.
      Nach diversen Polizeieinsätzen, Reiseverboten usw. fragt sich mancher Mensch "Sind wir schon in einem Polizeistaat?". Wir Linken dürfen aber eigentlich auch nicht überrascht sein, dass die herrschende Gesellschaft nach dem Ereignis vom 11. September 2001 so reagiert. Erfahrungen aus der Vergangenheit haben das bereits hinreichend gezeigt.
      Es wird immer deutlicher, dass die Grundstrukturen dieser neuen Gesetze und Maßnahmen nicht über Nacht entwickelt worden sind. Auch das Bundesinnenministerium, die Polizeiakademien und Institute haben ihre Krisenszenarien in der Schublade. Auch dürfen wir hier nicht nur die BRD sehen. Die gleichen Vorgänge finden mit unterschiedlicher Intensität in allen europäische Staaten statt. Und diese sind in den Konzepten von Europol und anderen innereuropäischen Sicherheitsvorstellungen (z. B. europäische Grenzpolizei) schon eingefordert worden.
      Wenn wir unsere eigenen Analysen ernst genommen hätten, so wären die logischen Konsequenzen auch vorhersehbar gewesen: Nach der Wiedervereinigung haben die Herrschenden mit ihrer Außen- und Militärpolitik offen ihre Rolle als gleichberechtigter bzw. führender imperialistischer Staat angestrebt. Gleichzeitig wurde im sozialen Bereich ("Sozial- Klimbim"), der in der Zeit der Systemauseinandersetzung ein notwendiges Zugeständnis gewesen war, rigoros abgebaut. Genauso ist es nach ihrer Logik notwendig, im Bereich des Staates, der Justiz und Polizei ihre Rolle nach innen abzusichern. Denn sie wissen, ihr Herrschaftskonzept ist nicht krisenfrei und kann somit zu Widerstand führen.
      Karl Liebknecht folgerte aus den Erfahrungen des 1. Weltkrieges: Jeder imperialistische Krieg hat zur Voraussetzung, dass der Krieg auch im eigenen Land zu einer Militarisierung der Gesellschaft führt.

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