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Hell aus Vergangenem
 
Mit alten linken Büchern zur Nürnberger Literaturmesse: Christian Bartsch vom »Roten Antiquariat« in Berlin
 
Interview: Arnold Schölzel
 
F: Fahren Sie zum ersten Mal zur Linken Literaturmesse?
Nein, wir sind in diesem Jahr zum fünften Mal in Nürnberg. Uns gefiel von Anfang an der Charakter dieser Initiative, aus der nun eine Institution geworden ist: Selbstorganisiert und von einem politisch breiten Spektrum getragen – von Bücherfreunden aus der DKP bis zu Autonomen. Die Messe bietet zudem einen einzigartigen Überblick über das linke Buchangebot. Das reicht von Neuerscheinungen, die oft von politischen Initiativen und Kleinstverlagen herausgegeben werden, bis zu seltenen, nur noch antiquarisch zu bekommenden Titeln. Dazu kommen die Buchvorstellungen, Lesungen und politischen Diskussionen, die der Sache einen lebendigen Charakter geben. Der Zuspruch ist groß, die Besucher kommen auch aus anderen Bundesländern, die Messe hat längst überregionalen Charakter.
 
F: Wer kann sich antiquarische Literatur noch leisten? Wie groß ist das Interesse an Sozialistica?
Für uns sind neue Kontakte und das Treffen mit alten Bekannten wichtig, aber natürlich auch der Verkauf. Wir haben von Anfang an nach Nürnberg wissenschaftliche Bücher aus DDR-Verlagen zur Geschichte, zur Philosophie, zum Antifaschismus und sozialistische Grundlagenliteratur, die in Bayern natürlich schwerer zu bekommen ist als in Berlin, mitgenommen. Wir sind aber kein Fachantiquariat für DDR-Literatur, sondern haben auch Texte aus der westdeutschen marxistischen Debatte vor allem nach 1968 sowie sozialistische Bücher in alten Ausgaben vor 1933 im Angebot.
Was den Verkauf angeht: Man merkt natürlich, daß es für viele finanziell immer enger wird. Allerdings sind grundlegende theoretische Schriften immer gefragt. Einige sind dank hoher Auflagen in der DDR immer noch gut zu bekommen, bei anderen muß man auf westdeutsche Reprints aus 68er-Zeiten zurückgreifen. Bei manchen Schriften ist es angesichts des Interesses und der Nachfrage an der Zeit, daß sie wieder gedruckt werden.
 
F: Was wäre das aus Ihrer Sicht?
Als Antiquare bekommen wir viele alte und seltene Schriften in die Hand und haben uns schon länger überlegt, einige von ihnen nachzudrucken, so z. B. die komplette Zeitschrift Kommunistische Politik der sogenannten Entschiedenen Linken in der KPD Mitte der 20er Jahre um Karl Korsch.
Wir werden darüber hinaus in diesem Jahr erstmalig auch mit einem Buch aus unserem neu gegründeten Plättner-Verlag in Nürnberg sein. Dabei handelt es sich um einen autobiografischen Roman von Bernd Langer. Er stellt darin die letzten 20 Jahre autonomer politischer Praxis in der Bundesrepublik in sehr lebendiger und spannender Form dar. Zu der Buchvorstellung am Sonnabend in Nürnberg laden wir herzlich ein.
 
Quelle: http://www.jungewelt.de/2003/11-22/022.php  
 
 
 
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