9. Linke
Literaturmesse

19. bis 21. November 2004 - Nürnberg - K4 - Königstr. 93
 
 
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15.45 Uhr, Vortrag und Diskussion, Weißer Saal
"Sozial ist, was Arbeit schafft!" – Sozialpolitik heute
Veranstaltung mit Peter Decker, Zeitschrift Gegenstandpunkt
 

 
Früher war "sozial" eine Politik, die mit gesetzlichen Beschränkungen der Ausbeutung einerseits und Zwangsversicherungen andererseits den Kapitalismus für die arbeitende Klasse aushaltbar machen sollte. Auch das ist ein Armutszeugnis für eine Produktionsweise, von deren normalem, unkorrigierten Gang Arbeiter offenbar nicht leben können.
Heute halten deutsche Politiker das für einen Fehler: Der Versuch, den Kapitalismus für Lohnarbeiter aushaltbar zu machen und ihre Armut zu begrenzen, hat Arbeit verteuert, Arbeitsplätze zur Mangelware gemacht und die Chance, überhaupt von Lohnarbeit zu leben, gemindert. Soziale Politik hat die Armut vermehrt. Jetzt ist alles sozial, was das Wachstum des Kapitals fördert: Mehr Armut, längere Arbeitzeiten, mehr Zwang zur Arbeit für Arbeitslose und noch knappere Notrationen für die abgeschriebene Überbevölkerung. Dass das alles tatsächlich "mehr Arbeitsplätze schafft", verspricht niemand – ohne solche Korrekturen aber gibt es sie schon gleich nicht.
Es irrt, wer diese Sozialpolitik als unsozial, neoliberal und dumm verurteilt und ihr den Ruf entgegenhält: Eine andere Politik - gemeint ist:
eine bessere Versöhnung von Lohnarbeit und Kapital - ist möglich. Man könnte der neuesten Sozialpolitik ja auch die Unverbesserlichkeit des Kapitalismus entnehmen – und die Ekelhaftigkeit dessen, was "sozial" bedeutet.